Ihr Anwalt für Eherecht & Scheidungen,

Unterhalt, Obsorge und Kontaktrecht in Bludenz

Alte Liebe rostet nicht

So schön dieses Sprichwort klingt, es trifft leider für einen beträchtlichen Teil der Vermählten nicht zu. Mittlerweile wird jede zweite Ehe geschieden. Wenn Ihre Ehe gerade in die Brüche geht, sind sie damit also mitnichten allein, sondern in bester Gesellschaft. Es ist keineswegs verwerflich, einen Schlussstrich unter die bisherige Lebensgemeinschaft zu ziehen und in Zukunft getrennte Wege zu gehen. Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende! 

Wir setzen uns dafür ein, dass Sie das Ende Ihrer Ehe nicht schreckt, sondern Sie voller Zuversicht in die Zukunft schauen können.

Einvernehmliche Scheidung

Auch wenn man in Zukunft lieber getrennt leben möchte, haben Ehegatten oft jahrzehntelang Tisch und Bett geteilt, haben sich geliebt und ein gemeinsames Leben geführt. Uns ist es ein großes Anliegen, dass Sie auch nach der Trennung Ihrem ehemaligen Partner in die Augen schauen und mit einem Lächeln auf die gemeinsamen Jahre zurückblicken könnenDeshalb streben wir, wenn möglich, eine einvernehmliche Scheidung an. Eine einvernehmliche Scheidung ist zudem  die schnellste und günstigste Art der Scheidung.


Damit eine Ehe einvernehmlich geschieden werden kann, muss die Ehe seit mindestens einem halben Jahr unheilbar zerrüttet sein. Eine Ehe ist dann unheilbar zerrüttet, wenn die geistige, seelische und körperliche Gemeinschaft zwischen den Ehegatten und damit die Grundlage der Ehe zu bestehen aufgehört hat. Zudem müssen die Ehegatten eine schriftliche Vereinbarung über die die Obsorge der Kinder, die Ausübung des Kontaktrechtes, den Unterhalt und die gesetzlichen vermögensrechtlichen Ansprüche im Verhältnis zueinander vor Gericht schließen. 


Wir sorgen dafür, dass Sie beim Abschluss dieser Scheidungsfolgenvereinbarung nicht durch die Finger schauen sondern das  für Sie bestmögliche Ergebnis erzielen.

Streitige Scheidung - Scheidungsklage

Ist eine einvernehmliche Scheidung nicht möglich, kann eine Scheidungsklage beim Gericht eingebracht werden. Hierbei ist zu unterscheiden zwischen der Verschuldensscheidung, der Zerrüttungsscheidung und Scheidung aus anderen Gründen. 


Hat ein Ehepartner durch eine schwere Eheverfehlung schuldhaft eine unheilbare Zerrüttung der Ehe verursacht, kann auf Scheidung aus Verschulden geklagt werden. Eine solche schwere Eheverfehlung ist beispielsweise Ehebruch, Unterhaltsverletzung, grundlose Ausziehen oder Verlegung der Ehewohnung, Verstoß gegen die Pflicht zur gemeinsamen Haushaltsführung, Misshandlungen und häusliche Gewalt, herabwürdigendes Verhalten oder Alkohol-, Drogen-, oder Spielsucht. Ein Verschulden an der Scheidung ist wesentlich für einen späteren Ehegattenunterhalt.


Ist jedoch dem Ehegatten eine schwere Eheverfehlung nicht vorwerfbar, da er an einer psychischen Krankheit leidet, kann aus diesem Grund auf Scheidung geklagt werden. Auch kann geklagt werden, wenn der Ehegatte an einer ansteckenden oder ekelerregenden Krankheit leidet. Die Scheidungsklage aus einem dieser Gründe ist abzuweisen, wenn  die Auflösung der Ehe den anderen Ehegatten außergewöhnlich hart treffen würde. Ob dies der Fall ist, richtet sich hauptsächlich nach der Dauer der Ehe, dem Lebensalter der Ehegatten und dem Anlass der Erkrankung.


Liegt keiner dieser Gründe vor, kann auf Scheidung geklagt werden, wenn die Ehe unheilbar zerrüttet ist und die häusliche Gemeinschaft seit mindestens 3 Jahren aufgehoben ist. Häusliche Gemeinschaft ist dabei in einem sehr umfassenden Sinn zu verstehen. Diese eheliche Lebensgemeinschaft besteht aus Geschlechtsgemeinschaft, Wohnungsgemeinschaft und Wirtschaftsgemeinschaft. Erst wenn alle drei Bestandteile weggefallen sind, kann von einer Aufhebung der häuslichen Gemeinschaft gesprochen werden. 

Hat der Ehegatte der die Scheidung begehrt, die Zerrüttung allein oder überwiegend verschuldet, kann die Scheidung auf auf Verlangen des beklagten Ehegatten abgewiesen werden. Dies dann, wenn die Scheidung den beklagten Ehegatten  härter träfe als den klagenden Ehegatten die Abweisung des Scheidungsbegehrens. Dem Scheidungsbegehren ist jedoch jedenfalls stattzugeben, wenn die häusliche Gemeinschaft der Ehegatten seit sechs Jahren aufgehoben ist.


Eine strittige Scheidung wird im Wege des Zivilprozesses vor Gericht geführt. Dabei wird festgestellt, ob Scheidungsgründe beziehungsweise ein Verschulden vorliegen. Dazu werden Zeugen befragt und Beweise aufgenommen. Je nach Prozessverlauf kann dies Monate bis Jahre dauern. Kommt das Gericht zum Ergebnis, dass keine Scheidungsgründe vorliegen, oder eine Härteklausel zur Anwendung kommt, wird die Scheidungsklage abgewiesen und die Ehe bleibt aufrecht. Wir die Scheidungsklage auf Aufhebung der häuslichen Gemeinschaft gestützt und sind seitdem sechs Jahre vergangen, wird die Ehe jedenfalls geschieden.


Aufteilung des ehelichen Vermögens

Nach einer Ehescheidung muss das eheliche Vermögen  aufgeteilt werden. Das eheliche Vermögen wird unterteilt in eheliches Gebrauchsvermögen und eheliche Ersparnisse. Auch Schulden werden einbezogen. Verschiedene Vermögenswerte unterliegen jedoch bereits von Gesetzes wegen nicht der Aufteilung bzw können durch eine Aufteilungsvereinbarung von der nachehelichen Aufteilung ausgenommen werden. 


Jedoch unterliegt nicht das gesamte Vermögen der Ehegatten einer nachehelichen Aufteilung. Ausgenommen sind Eingebrachte, von Dritter Seite geschenkte sowie geerbte Sachen. Ebenso Gegenstände, die dem persönlichen Gebrauch eines Ehegatten oder seiner Berufsausübung dienen sowie Unternehmensanteile, sofern es sich hierbei nicht um bloße Wertanlagen handelt. Auch die Ehewohnung nimmt eine Sonderstellung ein.

Unterhalt & Alimente

Bereits während aufrechter Ehe hat der Ehegatte, der den Haushalt führt und daher nichts oder weniger verdient, gegen den anderen Ehegatten einen Unterhaltsanspruch. Beim Ehegattenunterhalt wird ein tatsächlich erzieltes oder zumutbares Eigeneinkommen mindernd berücksichtigt. Der Unterhalt wird grundsätzlich mit 33 % des Nettoeinkommens des Verpflichteten bzw 40 % der gemeinsamen Einkünfte abzüglich des Eigeneinkommens des Berechtigten bemessen. 

Während aufrechter Haushaltsgemeinschaft kann der Unterhaltspflichtige den Ehegattenunterhalt grundsätzlich in Naturalleistungen erbringen, beispielsweise indem er oder sie die Ehewohnung zur Verfügung stellt. Der oder die Unterhaltsberechtigte kann jedoch jederzeit die Umstellung auf Geldleistungen verlangen. Die Unterhaltspflicht erlischt mit Auflösung der Ehe. 


Wird die Ehe jedoch aufgrund des (überwiegenden) Verschuldens eines Ehegatten geschieden, steht dem anderen Ehegatten ein Unterhalt wie während aufrechter Ehe zu. Ein Scheidungsunterhalt steht auch unter bestimmten Voraussetzungen bei den anderen Scheidungsarten zu. Bei der einvernehmlichen Scheidung ist er in der Scheidungsfolgenvereinbarung zu regeln. Bei allen Scheidungsarten besteht ein verschuldensunabhängiger Anspruch eines bedürftigen Ehegatten auf Unterhalt wenn diesem die Selbsterhaltung während oder aufgrund der Betreuung eines gemeinsamen Kindes unzumutbar ist. Dieser Anspruch ist grundsätzlich befristet, richtet sich nach dem Lebensbedarf des Berechtigten und liegt zwischen 10 % und 33 % des Nettoeinkommens des Verpflichteten. Der Unterhaltsanspruch erlischt, wenn der oder die Berechtigte erneut heiratet und ruht mit dem Eingehen einer neuen Lebensgemeinschaft.


Davon unabhängig ist der Kindesunterhalt. Eltern müssen ihren Kindern bis zur Selbsterhaltungsfähigkeit Unterhalt leisten. Das Gesetz geht davon aus, dass ein Elternteil seine Unterhaltspflicht durch Betreuung erfüllt, während der andere Elternteil die materiellen Bedürfnisse des Kindes durch einen Geldunterhaltzu decken hat. Dieser Unterhalt beträgt, abhängig vom Alter des Kindes, zwischen 16‒22% des Nettoeinkommen des Verpflichteten. Durch die Ausbildung wird die Selbsterhaltungsfähigkeit hinausgeschoben.

Obsorge, Besuchs- & Kontaktrecht

Die Obsorge umfasst die Pflege und Erziehung, die Vermögensverwaltung und die gesetzliche Vertretung des Kindes. Mit der Obsorge eines ehelichen Kindes sind automatisch beide Elternteile betraut. Bei unehelichen Kindern ist die Mutter alleine mit der Obsorge betraut, eine Obsorge beider Eltern kann aber vereinbart werden. 


Bei einer Gefährdung des Kindeswohls kann das Gericht erforderlichenfalls die Obsorge einem oder beiden Elternteilen entziehen. Der Kinder und Jugendhilfeträger (Jugendamt) kann die Obsorge über das Kind vorläufig – bis zu einer gerichtlichen Entscheidung – an sich ziehen. Eine Gefährdung des Kindeswohls liegt vor, wenn die Obsorgepflichten nicht erfüllt oder grob vernachlässigt und dadurch wichtige Interessen des Kindes gefährdet werden. Eltern gefährden das Kindeswohl beispielsweise wenn sie die Erziehung vernachlässigen bzw den Erziehungsaufgaben nicht gewachsen sind und dadurch die physische oder psychische Gesundheit oder Interessen des Kindes gefährden. Eine Obsorgeentziehung stellt jedoch immer das letzte Mittel dar.


Die Eltern haben das Recht und die Pflicht, mit dem minderjährigen Kind persönliche Kontakte zu pflegen und es zu besuchen. Auch Großeltern und Dritten haben in geringerem Umfang ein derartiges Recht. Das Ausmaß des Kontaktrechtes ist vom Alter des Kindes abhängig. Die persönlichen Kontakte sind primär einvernehmlich festzulegen, können jedoch auch auf Antrag vom Gericht bestimmt werden. 

Eine Untersagung der persönlichen Kontakte ist nur in Ausnahmefällen und bei einer Kindeswohlgefährdung zulässig, insbesondere bei Anwendung von Gewalt gegen das Kind. Zuvor hat das Gericht zu jedoch zu prüfen, ob nicht eine Einschränkung der Kontakte oder mit der Verhängung von gelinderen Maßnahmen wie etwa eine Besuchsbegleitung genügt.



Bei uns sind Sie in den richtigen Händen !

Rechtsanwältin Dr. Eva Schneider und 

Rechtsanwalt Dr. Christoph Schneider 

In Bludenz

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